Novedad bibliográficaInfoling 5.62 (2017)

Título:Sprachkontakt und lexikalische Innovation in der karibischen Kontaktzone: die Beispiele bozal, cimarrón und criollo [Contacto de lenguas e innovación léxica: los ejemplos de bozal, cimarrón y criollo]
Autor/a:Klimenkowa, Alla
Año de publicación:2017
Lugar de edición:Tübingen
Editorial:Buske
DescripciónMit dem kulturwissenschaftlichen Konzept der Kontaktzone eröffnet dieser Band eine neue Perspektive auf alle sprachökologischen Merkmale der Umgebung, in deren Rahmen der Sprachkontakt stattfindet, und stellt die Karibik als Vorzeigeregion der kommunikativen Globalisierung dar. Einerseits bildet die Karibik einen integrativen Teil eines historisch gewachsenen, sich vom amerikanischen Festland über die Iberische Halbinsel bis zum Kapverdischen Archipel und der westafrikanischen Küste erstreckenden mehrsprachigen Kommunikationsraums. Andererseits entwickelt sich hier eine eigene sprachgrenzenüberschreitende Kommunikations- und Diskursgemeinschaft mit einem eigenen, antillentypischen Vokabular. Multilaterale Austauschbeziehungen und Bedeutungswandelprozesse in der karibischen Kontaktzone werden am Beispiel von drei kulturellen Schlüsselbegriffen illustriert, die nicht nur für die Epoche der Sklaverei und die späteren Plantagengesellschaften repräsentativ sind, sondern auch in postkolonialen karibischen Idenditätsdiskursen fortwirken. Hierbei handelt es sich um die Hispanismen bozal, cimarrón und criollo und ihre Äquivalente in anderen Sprachen.
Temática:Lexicografía, Lexicología, Lingüística histórica, Sociolingüística, Variedades del español
ÍndiceVorwort und Dank
Abkürzungen
Typografische Konventionen

I. Einleitung

1 Die Kontaktbeziehungen in der Karibik im 16.-17. Jahrhundert

2 „Kontaktzone“ als besondere sprachökologische Konstellation. Erläuterungen zum Gegenstand und den Zielen der Untersuchung

3 Der Untersuchungsgegenstand vor dem Hintergrund aktueller Forschungen

4 Darstellung der Fallbeispiele

5 Recherchen und Materialsammlung
5.1 Verwendete historische Quellen
5.2 Daten aus dem aktuellen Sprachgebrauch
5.2.1 Zur Motivation der Feldforschung
5.2.2 Die Methodik der durchgeführten Interviews
5.2.3 Die sprachlichen Besonderheiten der erhobenen Daten

6 Gliederung

II. Theoretisch-methodische Grundlagen der Untersuchung

7 Theoretische Prämissen
7.1 Die Karibik aus sprachökologischer Sicht
7.2 Sprachökologische und kognitive Betrachtung des Themas
7.3 Die zu untersuchenden Beispiele als Beitrag zur kognitiven diachronen Semantik
7.4 Zur Erforschung genetischer Filiationen in einer Kontaktzone. Das multiple birth-Konzept

8 Die Darstellung der charakteristischen Prozesse der lexikalischen Innovation
8.1 Lexikalisches Kopieren
8.2 Semantischer W andel
8.2.1 Das Verfahren der Metonymie
8.2.1.1 Frame und Kontiguitätsbeziehung als assoziativ-psychologische Grundlage der Metonymie
8.2.1.2 Der metonymische Prozess
8.2.1.3 Metonymische Verwendungen aus sprachökologischer Perspektive
8.2.2 Bedeutungserweiterung und Bedeutungsverengung als Verfahren des semantischen Wandels
8.2.3 Die Problematik der Differenzierung zwischen Kontextvarianz und Polysemie
8.2.4 Volksetymologie als charakteristisches Verfahren des Bedeutungswandels in einer mehrsprachigen Umgebung

III. Die Analyse der Fallbeispiele

9 Bozal: das karibische Gepräge des alten spanischen Wortes
9.1 Einleitung
9.2 Die Verwendung von bozal als ,Maulkorb' auf der Iberischen Halbinsel und in Hispanoamerika
9.3 Die Verwendung von bozal als Referenz auf Menschen und Tiere
9.3.1 Bozal als Personenbezeichnung
9.3.2 Bozal als Bezeichnung für Tiere
9.4 Die Verwendung von bozal als Bezeichnung für Sklaven
9.4.1 Bozti/-Sklaven auf dem Sklavenmarkt in Valencia
9.4.2 Die Bezeichnung ladino auf der Iberischen Halbinsel
9.4.3 Das Oppositionspaar bozal - ladino
9.4.4 Sklaven als prototypische Referenten der Kategorie BOZAL auf der Iberischen Halbinsel
9.5 Die Bedeutungsentwicklung von bozal im Kontext der kolonialen Expansion. Die Re-Motivierungen des Begriffs
9.6 Die semantische Entwicklung des Begriffs in der postkolonialen Karibik
9.7 Zusammenfassung

10 (Ci-)Marron: das Erbe der Taino
10.1 Einleitung
10.2 Die umstrittene Etymologie des Lexems
10.2.1 Die metasprachlichen Kommentare zeitgenössischer Autoren
10.2.2 Volksetymologische Interpretationen
10.2.2.1 Die Etymologie von Joan Corominas & Jose Pascual: cima + arrón
10.2.2.2 Die Etymologie von Esteban Pichardo: cis- + marro
10.2.2.3 Marrano als Etymon
10.2.2.4 Die spanischen Lexeme simio und *simaran als Etyma
10.2.2.5 Die Diskussion der Lexeme marron/mar(r)onnier, Bergführer; Pirat4 als Etyma
10.2.2.6 Die Namen der indigenen Völker Symarons, Qmatanes, Seminoles
10.2.3 Hypothesen der indigenen Herkunft des Ausdrucks
10.2.3.1 Das arawakische Lexem simara (simara) als Etymon
10.2.3.2 Zur Diskussion der Ursachen der morphologischen Abweichung von cimarrön, mar(r)on und maroon
10.3 Die Verwendungsweisen von cimarrön und mar(r)on
10.3.1 Cimarrön und mar(r)on als Pflanzenbezeichnung
10.3.1.1 Die Referenz auf Pflanzen als Erstbedeutung des Wortes
10.3.1.2 Lexikalische Differenzierung der Pflanzen
10.3.1.3 Mawon als Pflanzenbezeichnung im Kreolischen
10.3.1.4 Fazit
10.3.2 Cimarrön und mar(r)on als Bezeichnung für Tiere
10.3.2.1 Der historische Gebrauch der Lexeme
10.3.2.2 Cimarrön und mawon als Bezeichnung für Tiere im aktuellen Sprachgebrauch
10.3.2.3 Fazit
10.3.3 Cimarrön als Bezeichnung für Indigene: „no voice, but a title“
10.3.4 Cimarrön/mar(r)on als Bezeichnung für Sklaven: negros cimarrones, negres mar(r)ons
10.3.4.1 Cimarrön als Bezeichnung für afrikanische Sklaven in Hispanoamerika
10.3.4.2 Mar(r)on als Bezeichnung für afrikanische Sklaven in der Frankokaribik
10.3.4.3 Fazit
10.3.5 Der kontrastive Vergleich der Lexeme cimarrön und mawon im heutigen Gebrauch
10.4 Zusammenfassung „Fatality of transatlantic birth“: zur Entwicklungslaufbahn von criollo/crioulo

11.1 Einleitung
11.2 Forschungsstand
11.2.1 Überblick über die bislang formulierten Hypothesen
11.2.2 Fragestellungen
11.2.2.1 Desiderate der Herangehensweise bei der Arbeit mit portugiesischen Primärquellen
11.2.2.2 Vorstellung der ältesten Belege des Wortes in spanischen Primärquellen
1L2.3 Der Aufbau des Kapitels
11.3 Die Bezeichnung criollo im Licht der ersten Belege
11.4 Die Verwendung von criollo als Referenz auf Sklaven in Hispanoamerika
11.4.1 Klassifikation der Sklavenbevölkerung
11.4.2 Testamente und Verkaufs Verträge als Beispiele des Gebrauchs von criollo
11.4.3 Fazit
11.5 Zur Genese des Ausdrucks criollo/crioulo
11.4.3 Fazit
11.5 Zur Genese des Ausdrucks criollo/crioulo
11.5.1 Die Hypothese der Ableitung des Ausdrucks criollo/crioulo von iberoromanischen Bezeichnungen für Kinder cria, crw
11.5.1.1 Die Interpretation von Dieter Woll (1997)
11.5.1.2 Die Hypothese von Volker Noll (2004)
11.5.2 Die Hypothese von Joan Corominas & Jose Pascual (1980-1991)
11.5.3 Die Hypothese der europäischen Herkunft des Ausdrucks crioulo
11.6 Spanisch-portugiesische Kontaktbeziehungen
11.7 Die Sprache der Sklaverei
11.8 Die Kapverden und die Antillen in einer Kontaktzone
11.8.1 Santiago und La Espanola als Geschäftspartner im Sklavenhandel
11.8.2 Criollo/crioulo als Vokabel der Kontaktzone
11.8.2.1 Zeugnisse aus Santo Domingo
11.8.2.2 Die Schreibweise des Ausdrucks
11.8.2.3 Zeugnisse aus Cartagena
11.8.3 Der Gebrauch von crioulo auf den Kapverden
11.8.3.1 Die kapverdische Plantagengesellschaft
11.8.3.2 Sprachökologische Bedingungen der Herausbildung des Konzepts crioulo
11.8.3.3 Crioulo als konvergentes Konzept
11.9 Zur Verwendung von crioulo als Bezeichnung für Sklaven in Brasilien
11.10 Creole als Bezeichnung für Sklaven in der Frankokaribik
11.10.1 Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Verwendung von creole im Vergleich zum spanischen Pendant
11.10.2 Criollo/creole im alltäglichen Gebrauch
11.10.2.1 Criollo/creole als Marker des kulturellen, proeuropäischen Entwicklungsstands
11.10.2.2 Criollo!creole als Marker des christlichen Glaubens
11.10.2.3 Criollo/creole als Marker der Sprach- und Landeskenntnisse
11.10.3 Weitere Entwicklung der Bedeutung
11.11 Crioulo, criollo, creole aus kontrastiver Perspektive
11.12 Fazit
11.13 Zum Gebrauch von crioulo, criollo und creole als Bezeichnung für die Nachfahren der Europäer
11.13.1 Brancos da terra alias crioulos auf den Kapverden
11.13.2 Criollos, Nachfahren der Konquistadoren in Hispanoamerika
11.13.3 Creole als Bezeichnung (nur) für die „Weißen“ in der Frankokaribik?
11.13.4 Mazombos vs. crioulos in Brasilien
11.15 Zur aktuellen Verwendung des Ausdrucks in Hispanoamerika und auf den frankophonen Antillen

IV. Schlussbetrachtung

Verzeichnis der Abbildungen, Karten und Tabellen
Bibliografie
ColecciónKreolische Bibliothek, 28
Formato:Kartoniert
Págs.:308
ISBN-13:9783875488166
Precio: 58,00 EUR
Remitente:Infoling
Correo-e: <infolinginfoling.org>
Fecha de publicación en Infoling:28 de mayo de 2017

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